Löffler bei Nessmersiel

 

Das Wattenmeer ist ein Anziehungsmagnet für viele Menschen, die hier gerne ihren Urlaub verbringen. Eine Zeit lang war das nicht so, da es alle in ferne Länder gezogen hat. Mittlerweile ist die Nordseeküste jedoch wieder zu einem beliebten Ferienort geworden, wo sich groß und klein gleichermaßen wohlfühlen. Das geht allerdings nicht nur den Menschen so, auch der Löffler kehrt wieder nach Deutschland zurück. Insbesondere die Nordfriesischen und Ostfriesischen Inseln im norddeutschen Wattenmeer werden wieder zunehmend als Brutareal von den Löfflern genutzt,

Der Löffler kehrt zurück

Der Löffler ist ein Zugvogel, der besonders durch sein Äußeres auffällt. Die Besonderheit ist ohne Frage sein langer löffelartiger Schnabel, der durch einen orangefarbenen Fleck gekennzeichnet ist. Dieser Fleck befindet sich unmittelbar an der Schnabelspitze und sieht bei jedem Löffler anders aus, so dass jeder Vogel auf seine Art besonders ist. Doch leider war genau diese Art der Zugvögel in Deutschland viele Jahre nicht mehr heimisch. Das lag nicht zuletzt an der industriellen Landwirtschaft sowie an Eindeichungen, die großflächig vorgenommen worden sind. Zusätzlich wurden immer mehr schädliche Pestizide für die Bewirtschaftung der Ackerflächen eingesetzt, so dass der Bestand immer rückläufiger wurde.

Im Laufe der Jahre hat sich jedoch gezeigt, dass der Löffler wieder in heimische Gefilde zurückkehrt. Nachdem er sich verstärkt in den Niederlanden ausgebreitet hatte, kehrt er nun mehr nach Deutschland zurück. Hier bevorzugt er allerdings störungsfreie sowie schwer zugängliche Bereiche, damit er dort ungestört leben kann. Insbesondere das Wattenmeer hat eine ungeheure Anziehungskraft auf die Löffler, zumal hier wieder ausreichend Lebensraum und vor allem Nahrung vorhanden ist. Die Bestände nehmen wieder kontinuierlich zu, was sich auch nicht nur in Deutschland und den Niederlanden, sondern auch in Großbritannien, Dänemark und Belgien widerspiegelt.

Der Löffler an der Nordseeküste

Der Löffler breitet sich kontinuierlich aus. Ganz gleich ob in Dänemark, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein, entlang der Nordseeküste finden sich immer häufiger Löffler, die hier wieder ihre Heimat gefunden haben. Sie suchen sich in den Sommermonaten ein passendes Brutareal, beispielsweise Salzwiesen, und errichten dort ihre relativ hohen Nester, die meist aus Treibsel und Gras bestehen. Die Jungvögel werden etwa 40-60 Tage von den Altvögeln gefüttert, bevor sie soweit sind, dass sie das Nest verlassen können. Im August ist der Bestand der Löffler in Schleswig-Holstein und Niedersachsen am höchsten. Da es sich allerdings um Zugvögel handelt, beginnt ab September für die Vögel die Reise in wärmere Länder. Sie machen sich auf dem Weg in das Winterquartier, was in der Regel in Afrika oder im Mittelmeerraum liegt, um dort die kalte Jahreszeit abzuwarten.

Der Löffler lässt sich gut in großer Stückzahl an den Hauener Pütten, am Hochwasserrastplatz vor dem Deich bei Crildumersiel, in kleinen Gruppen 3-10 Vögel am Speicherbecken bei Nessmersiel,  in den Salzwiesen westlich von Dornumersiel, beobachten.