Wie alle Mühlen besitzt auch die Mühle Schweinsdorf eine lebendige Geschichte. Sie wurde im Jahr 1874 vom Müller Tönjes Eckhoff erbaut. Leider musste er eine längere Zeit auf die Genehmigung des Baus warten, da zum einem die Nachbarsgemeinden als auch die umliegenden Müller dazu angehört werden mussten. Aufgrund der Tatsache, dass die nächsten Mühlen weiter als eine Stunde Anfahrt entfernt waren und die Siedlung um Schweinsdorf stetig anwuchs, wurde ihm die Genehmigung erteilt.

Die Mühle Schweinsdorf wurde als Hockwindmühle erbaut. Hierbei handelt es sich um eine einstöckige Galeriemühle mit Steert und Segelgatterflügeln. Im Inneren wartete die Mühle mit einer Besonderheit auf: Sie besaß einen Pelde-, einen Weizen- und einen Brechgang als auch einen Sackaufzug. Im Jahr 1906 brannte sie leider ab und der damalige Pächter verließ die Mühle und baute sich in naher Entfernung eine neue Mühle.

In den folgenden Jahren wurde die Mühle nach ihrem Wiederaufbau des Öfteren weiterverkauft. Viele Besitzer wechselten sich ab, die auch einige Veränderungen an ihr vor nahmen. So wurde im Jahr 1961 die Galerie, die Flügel und die Kappe wegen Baufälligkeit demontiert und die Mühle wurde mit einem Dach versehen. Der Antrieb funktionierte von nun an auf elektrischem Wege.
Der letzte Müller, der mit der Mühle arbeitete, legte die Mühle Schweinsdorf im Jahr 1965 still. Trotzdem ging der Besitzerwechsel weiter und die Mühle wurde zwischendurch als Lager zweck entfremdet. Teilweise wurde die im Inneren der Mühle installierte Hammermühle zum Arbeiten verwendet. Ab dem Jahr 1989 verfiel die Mühle zusehends. Erst als die neuen Besitzer 1992 den Mühlenverein gründeten, wurde sie liebevoll restauriert. Heute präsentiert sich die Mühle Schweinsdorf wieder mit Flügeln und einer Galerie. Ebenfalls funktioniert die Mühlentechnik wieder und die Mühle darf nicht nur von außen, sondern auch von innen betrachtet werden.

Besichtigungen müssen telefonisch unter 04975/654 – Fam. Kathmann angemeldet werden.

Adresse:
Mühlenweg 1
26556 Schweindorf