Säbelschnäbler

Der Säbelschnäbler Recurvirostra avosetta

genannt, zählt zur Gattung der Regenpfeiferartigen Wasservögel. Er stammt aus der Hauptfamilie der Säbelschnäbler und darf durchaus als auffällig bezeichnet werden, was nicht zuletzt auf sein schwarzweißes Gefieder zurückzuführen ist. Häufig anzutreffen ist er im Wattenmeer der Nordsee.

Ausgewachsen misst ein Säbelschnäbler etwa 43 bis 45 cm und bringt ein Gewicht von 290 bis 400 g auf die Waage. Die Flügelspannweite beträgt etwa 80 cm. Nicht nur sein Gefieder macht den Säbelschnäbler unverwechselbar. Auch der graue zur Spitze hin gebogene Schnabel fällt bei ihm auf. Das Gefieder des Säbelschnäblers sieht jedoch nicht auf Lebenszeit gleich aus. So entwickelt es sich stetig und die Bereiche, die bei einem ausgewachsenen Vogel schwarz sind, charakterisieren sich in der Jugendzeit noch durch eine braune Farbgebung.

Die Stimme des Säbelschäbler

Auch die Stimme zählt zu den Erkennungsmerkmalen des Säbelschnäblers. So darf sein Ruf als reintönend, fließend und melodisch bezeichnet werden. Lediglich, wenn die Vögel aufgeschreckt werden, ändert sich der Ruf und ähnelt einem schrillen Quieken. Besonders gestört fühlen sich diese Zugvögel, wenn Möwen ihr Nest behindern, was sie auch mit einem speziellen charakteristischen Ruf honorieren.
Verwandtschaft

Der Säbelschnäbler ist eine Vogelart, die aus der gleichnamigen Familie stammt. Verwandt ist er zudem mit den Regenpfeiferartigen Wasservögeln.

Verbreitung und Lebensraum

Der Säbelschnäbler fühlt sich vor allem in Flachwasserzonen zuhause, welche feinsedimentiert und vegetationsarm sind. Dort kann er der Nahrungssuche besonders gut nachgehen. Die besten Lebensvoraussetzungen findet er daher in seichten Meeresbuchten, Flussmündungen, flachen Seen und Lagunen. Der Säbelschnäbler ist in Europa relativ weit verbreitet. Während er in Nordosteuropa vorwiegend im Wattengebiet ansiedelt, gestaltet er seinen Lebensraum in Süd- und Südosteuropa in Salinen und anderen anthropogenen Gewässern.

Fortpflanzung / Brutplätze

Mit der Fortpflanzung beginnen Säbelschnäbler etwa zum Ende des Winters. Oftmals treffen sie bereits verpaart an ihren Brutplätzen ein. Kurz nach der Ankunft im Brutareal beginnen die Säbelschnäbler mit der kurzen Balz, was zumeist eine Gruppenbalz ist. Es können sich dabei bis zu 18 Vögel in kreisförmiger Aufstellung begegnen. Um das andere Geschlecht anzulocken, werden verschiedene Rituale verfolgt, etwa heftiges Kopf- und Schnabelschütteln oder das Hochwerfen von trockenem Gras. Auch die Fortpflanzung selbst folgt einem festen Ritual. Dabei umgarnt das Männchen das Weibchen, bevor es zum eigentlichen Geschlechtsakt kommt. Nach der Befruchtung legen beide einen kurzen Spurt ein, wobei sich die Schnäbel kreuzen. Ihre Brutareale grenzen die Tiere zwar voneinander ab, sie zählen aber dennoch zu den Koloniebrütern.

Ernährung

Was Säbelschnäbler zu sich nehmen, hängt im Wesentlichen von ihrem jeweiligen Lebensraum ab. So erbeutet der Säbel

schnäbler gelegentlich kleinere Fische, ernährt sich aber vorwiegend von Wirbellosen des feinsedimentierten Flachwassergebietes. Nicht nur beim Brüten teilen sich Säbelschnäbler ihren Platz auf engem Raum. Auch bei der Nahrungssuche machen sie sich häufig in Gruppen auf, um wertvolle Nahrung zu erbeuten.

Bestand

In Nordwesteuropa wird geschätzt, das etwa 19000 Säbelschnäblerpaare zuhause sind. Davon befinden sich etwa 11000 Paare im Wattenmeer der Nordsee. In der Vergangenheit stieg die Population der Säbelschnäbler stetig an, lediglich in den letzten Jahren sei eine Stagnation zu beobachten, so die Wissenschaft.
Wanderungen

Welche Wanderung der Zugvogel Säbelschnäbler vollführt, hängt im Wesentlichen von der Wahl seines Brutareals ab. Sollten die Winter jedoch mild sein, bleiben Säbelschnäbler, welche in Großbritannien oder Frankreich brüten auch dort. Die Zugvögel zieht es jedoch in südwestliche Richtung, gen Atlantikküste. Die Überwinterung findet häufig an den Küsten Spaniens, Frankreichs oder Portugals statt. Das Überwinterungshabitat der Säbelschnäbler kann aber auch in anthropogenen Zonen oder Salienen liegen. Hier sind vor allem Fischteiche ein willkommener Platz zum Überwintern.

Gefährdung

Der Bestand der Säbelschnäbler ist aktuell nicht gefährdet. Es gibt jedoch Eindeichungspläne an der Nordsee, die sich früher oder später nachhaltig auf die Bestandssituation auswirken könnten.